Manga Review: Lindbergh

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Mangaka: Ahndongshik
Verlag: Kazé
Sprache: Deutsch
Genre: Fantasy
Erschienen: 2009 bis 2013
Bände: 8
Preis pro Band: 6,95€ [DE]; 7,20€ [AT]
ISBN: 9782889212149
 
 
Klappentext:
Der Duft von Freiheit

Hoch über den Wolken liegt das Land Eldura, umgeben von Steilwänden, die seine Grenze bilden. In diesem Königreich, in dem das Fliegen unter Strafe verboten ist, lebt der kleine Knit zusammen mit einem seltsamen Lebewesen, das auf den Namen Plamo hört. Als eines Tages ein Mann, auf einem riesigen Dämon reitend, vom Himmel stürzt, verändert das Knits Leben für immer. Ein großes, nie dagewesenes Abenteuer beginnt – hoch oben im Himmel! Also tief Luft geholt… und Start!

Knit ist ein kleiner Junge aus Eldura. Als er kleiner war, fanden er und sein Vater ein Wesen, welches zu Knits bestem Freund wurde. Er gab ihm den Namen Plamo.
Das Leben des Jungen ist nicht gerade leicht. Vor allem, wenn er Nanna, einer alten Freundin seines Vaters, beim Darbieten von Waren an den König aushilft. Knit wird als „Kind des Verbrechers Merius“ betitelt, da dieser es wagte in den Himmel aufzusteigen obwohl ein Flugverbot herrscht.
Es heißt der Vater kam um, als er eine Steilwand hinab stürzte.

Gerade, als der Junge und seine Freundin wieder einmal vom Sohn des Königs schikaniert werden, rauscht ein unbekanntes Fluggerät an ihnen vorbei.
Knit ist davon fasziniert und macht sich auf den Weg, um zu sehen, was das Ganze zu bedeuten hat.
Er findet schließlich ein „Monster“ und einen Mann. Dieser bezeichnet Plamo als „Lindbergh“ und Knit wundert sich darüber, was dies sein soll.
Kurz darauf treffen die Wachen des Königs ein. Sie sind verwirrt, da sie noch nie so ein „Monster“ gesehen haben, wie es auf dem Boden liegt. Als einer der Soldaten den „Dämon“ attackieren will, geht der fremde Mann blitzschnell dazwischen und verhindert den Angriff. Er will mit den Männern kämpfen doch sein Lindbergh stößt ihn einen Abhang hinunter. Knit schleicht sich zu ihm und fragt sich, ob der Fremde böse sei, denn er wirkt verrückt auf ihn.

Trotz alle dem hat es Knit scheinbar geschafft den Mann in sein Haus zu bringen und kümmert sich am nächsten Tag um ihn. Er besorgt Essen bei Nanna, in deren Schenke alle über den Vorfall reden und die Tochter etwas misstrauisch darüber ist, dass Knit mehr Essen als sonst mitnimmt. Er redet sich heraus und sagt ihr auch, dass sie sich keine Sorgen um ihn machen müsse. Dann geht er nach Hause, wo der Fremde auf dem Bett im Geheimversteck liegt.

Knit stellt sich selbst viele Fragen, als der Mann plötzlich aufwacht und nach seinem Lindbergh fragt. Der Fremde entdeckt die Arbeiten von Knits Vater und ist davon beeindruckt.
Nach einem kurzen Gespräch zeigt der Junge ihm schließlich, was mit seinem Lindbergh geschehen ist. Der Mann befreit seinen toten Freund und die beiden beerdigen ihn.
Der Fremde gibt sich dann als Shark zu erkennen und Knit gibt zu, er habe den Namen „Lindbergh“ noch nie gehört. Auch sei Plamo schon immer der einzige seiner Art in Eldura gewesen.

Shark entführt Plamo, doch am Ende sieht es so aus, als habe der Sohn des Königs ihn gehabt, da Plamo vor Shark geflohen war. Sein Plan ist es scheinbar mit dem kleinen Lindbergh von Eldura zu entkommen…
Die Ereignisse überschlagen sich, als der König Knit gefangen nehmen will. Dieser entkommt jedoch am Ende, da Plamo plötzlich fliegen kann und beide ins Sicherheit bringt.
Als Shark ihm mehr über Lindberghs erzählt und, dass in seinem Land jeder mit diesen fliege, entschließt sich Knit Eldura zusammen mit dem Mann und Plamo zu verlassen.
Was wird er auf seiner Reise herausfinden?
 
 
Lindbergh erfindet das Fantasy Genre nicht neu und erinnert vielleicht auch durch das schwebende Land ein wenig an Das Schloss im Himmel von Studio Ghibli. In einem späteren Band wird auch derselbe Alternativname für Eldura, Laputa, erwähnt – neben diversen anderen.
Auch erinnern die Lindberghs selbst an Drachen, nur dass sie in diesem Manga ihre Flügel verloren haben.
Richtige negative Kritik habe ich jedoch nicht, denn der Manga ist durchaus spannend und erzählt auf seine Weise eine Geschichte um ein fliegendes Land und „Drachen“.
Im ersten Band lernt man die Charaktere kennen und begibt sich am Ende mit Knit und Plamo zusammen auf eine Reise ins Ungewisse. Der Junge wird damit konfrontiert, dass er sein Leben lang auf dem Rücken eines Wesens verbracht hat, welches durch die Luft schwebt.

Möglicherweise werden die Zeichnungen nicht jedem zusagen, allerdings sollte dies wirklich kein Hindernis sein, um sich den Manga zuzulegen. Im Vordergrund sollte die Story stehen.
Man kann durchaus sagen, dass manche Charaktere kantig gezeichnet sind, auch sind weiter hinten liegenden Hintergründe nur grob gezeichnet. Ersteres ist möglicherweise auch „passend“ zu den jeweiligen Figuren gewählt worden. Denn während zum Beispiel Knit und Plamo eher „freundlich“ und ohne viele Kanten gezeichnet sind, ist Shark dagegen „grob“ und „kantig“.

Alles in Allem ist Lindbergh eine nette und spannende Fantasy-Serie, welche mittlerweile in acht Bänden abgeschlossen ist. Kazé empfiehlt den Manga ab 12 Jahren und als Extra enthält der Band zwei Farbseiten.
 
 
 
 
 
Der original Text erschien 2015.

Manga Review: Die Stadt, in der es mich nicht gibt

©die stadt1
 
Mangaka: Kei Sanbe
Verlag: Tokyopop
Sprache: Deutsch
Genre: Special 15+ , Thriller
Erschienen: 2012 bis heute
Bände: bisher 6 (Stand in Japan: 8; Original Titel: Boku dake ga Inai Machi)
Preis pro Band: 12€ [D]; 12,30€ [A]
ISBN: 9783842010246
 
 
Klappentext:
Satoru Fujinuma kann in die Vergangenheit reisen. Doch wann und wie weit er in der Zeit zurückspringt, vermag er selbst nicht zu steuern. Wenn in seiner Umgebung ein Unglück geschieht, muss er die vorausgegangenen Ereignisse so oft durchleben, bis er es verhindern konnte.
Als Satoru selbst eine Katastrophe widerfährt, befindet er sich plötzlich in seiner Kindheit. Eine Mordserie unter Grundschülern nahm damals ihren Lauf und er legt nun alles daran dies zu verhindern. Der Albtraum seines Lebens beginnt…

Stell dich der Vergangenheit und verstehe deine Zukunft.

Was soll man machen, wenn man die Vergangenheit ändern kann? An sein eigenes Wohl denken oder gar anderen helfen?
Satoru Fujinuma, der weiterhin als Mangaka arbeiten möchte, wird von den Verlagsmitarbeitern immer wieder darauf hingewiesen, dass das „persönliche Etwas“ in seinen Werken fehlt und er muss sich somit als Pizzabote über Wasser halten. Allerdings hat er ein Geheimnis, von dem keiner weiß. Er kann die Vergangenheit ändern.
Satoru erlebt die Szenen immer wieder, bis er den richtigen Anhaltspunkt findet, um das mögliche Unglück zu verhindern. Eines Tages jedoch erlebt er in seinem direkten Umfeld etwas so Tragisches, dass er beschließt so weit wie nur möglich zurück zu reisen, um es verhindern zu können. Da er es jedoch nicht wirklich steuern kann, wird der junge Mann bis in seine Kindheit zurück gebracht und beginnt dort sein Abenteuer auf der Suche nach Antworten.
 
 
Manga, die das Thema „Zeitreise“ behandeln, sind nichts Neues. Kei Sanbe schafft es jedoch mit seiner Erzählweise das Ganze spannend zu vermitteln. Satoru muss den passenden Hinweis finden, so dass er sich aus der aktuellen „Zeitschleife“ befreien kann.

Der erste Band führt, wie meist, die Charaktere ein und bringt einem das aktuelle Geschehen, in welches die Leute verwickelt sind, näher. Dadurch kann es vielleicht für den ein oder anderen langweilig wirken, denn erst gegen Ende kommt der Manga richtig in Fahrt. Doch man sollte dem Ganzen auf jeden Fall eine Chance geben.
Die Zeichnungen an sich sind gut, können jedoch vielleicht auf manche gewöhnungsbedürftig wirken. Dinge im Hintergrund sind teilweise detailliert, aber manchmal auch nur grob dargestellt, wie zum Beispiel Figuren, die herum stehen oder Gebäude. Durch den Zeichenstil wirken die Charaktere insgesamt auch ziemlich jung. Selbst bei Satorus Mutter ist dies der Fall und dies kann möglicherweise etwas irritieren.
Gesamt gesehen ist der Manga sehr zu empfehlen und jeder, der gerne spannende Geschichten mag, sollte hier zugreifen. Tokyopop empfiehlt ihn ab 15 Jahre aufwärts. Er erscheint im Großformat und hat ausklappbare Umschlagseiten.
 
 
 
 
 
Der original Text erschien 2015. ~ Update 2016: Erschienene Bände aktualisiert.

Manga Review: Skull Party

©skullparty
 
Mangaka: Melanie Schober
Verlag: Carlsen
Sprache: Deutsch
Genre: Action
Erschienen: 2013 bis 2015
Bände: 4
Preis pro Band: 6,50€ [D]; 6,70€ [A]
Altersempfehlung: ab 16
ISBN: 9783551793812
 
 
Klappentext:
Der ewige Kampf zwischen Wissenschaft und Glauben steht kurz vor der Entscheidung. Es geht um die Zukunft der Menschheit. Du musst dich nun entscheiden auf welcher Seite du stehst…
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Emil Schwarz. Er ist ein Jugendlicher, der fast täglich den Unterricht im Bildungsinstitut schwänzt und versucht, sich somit gegen das System zu stellen.
Eines Tages hat er einen seltsamen Traum von einem Mann in schwarzer Robe, welcher zudem eine Maske trägt. Dieser sagt ihm, er solle den Unterkiefer suchen. Worum es sich dabei handelt, versteht Emil nicht und es verwirrt den Jungen. Die Dinge nehmen einen dramatischen Laufen, denn nicht nur mehr oder weniger harmlose Familienprobleme scheint Emil zu haben, es gibt ansonsten mehr Geheimnisse, die bisher verborgen blieben und nun Schritt für Schritt ans Tageslicht gelangen. Ein normales Leben wird er von nun an wohl nicht mehr führen können.
 
 
Melanie Schober hatte bereits die Serie Personal Paradies in fünf Bänden beim Carlsen Verlag veröffentlicht und dies ist ihr neustes Werk.

Skull Party ist seit Langem wieder ein deutscher Manga, der verspricht, spannend zu werden. Nachdem ich schon ein paar Fehlgriffe hinter mir hatte beziehungsweise einer der Manga, die ich gekauft hatte, wohl nicht fortgesetzt wird, ist es schön zu sehen, dass es doch noch interessante Geschichten in Form von Manga aus Deutschland gibt.

Die deutsche Mangaka nutzt hierbei ein unverbrauchte Themen wie die Bilderberger und Kristallschädel, welche beide existieren und dies macht das Ganze spannend.
In Skull Party sind die Bilderberger scheinbar die Bösen und stellen gleichzeitig auch die Weltregierung dar. Sie sind hinter den Kristallschädeln her, welche viel Energie speichern und auch wichtiges Wissen wie den Bauplan des Lebens besitzen sollen. Wer den Schädel beherrschen will, solte allerdings einen starken Charakter besitzen, ansonsten übermannt einem das Eigenleben des Schädels und dies hat ungeahnte Folgen.

Man sieht unter anderem an Emils Bruder Lucas und dessen Freundin Lin, dass sie die Gegenspieler sind. Im Verlauf der Story unternehmen beide mehrere gewalttätige Anschläge, die sich gegen die Skull Party und auch Emil richten. Lin, welche durchaus etwas naiv wirkt, scheint Lucas hörig zu sein, denn er kann mit ihr anstellen, was er möchte und ihr Befehle geben, welchen sie umgehen folgt. Sie selbst ist wohl davon überzeugt, dass sie ihn liebt und dies auf Gegenseitigkeit beruht.
Auch die Mutter von Emil, Lucas und Rosa – der Zwillingsschwester von Emil – scheint ein hohes Tier der Bilderberger zu sein.

Nicht neu, aber auch Bestandteil der Reihe ist, dass die Menschen in einer Diktatur gefügig und kontrollierbar gemacht werden. Der ehemals beste Freund von Emil, Robert, nimmt die sogenannten Cerebro-Kapseln ein, welche scheinbar sein Wesen verändern und er ist mittlerweile Studentenvertreter, weswegen Emil ihn nicht mehr leiden kann.
Aufmüpfige Menschen wie der junge Mann werden dann auch mal gewaltsam mit Beruhigungsmittel kalt gestellt, wenn sie aus der Reihe tanzen und, wie im Fall des 19 Jährigen, den Unterricht schwänzen.
Auch kommen Mirkochips – der sogenannten Bürgerchip – zum Einsatz, welchen den Leuten eingepflanzt wird. Dadurch entstand eine zweifelhaftes friedliches Miteinander auf der Welt. Die Chips von von Emil und Rosa wurden jedoch durch den Vater manipuliert, sodass diese freier in ihren Gedanken und ihrem Tun. Es war mehr oder weniger ein Vorteil bei dieser Sache, dass Joseph Schwarz, der Vater der beiden, diesen Chip mitentwickelt hat.

Eine Frage ist, ob die Gesamtstory nicht etwas überladen sein wird, da Emil scheinbar auch noch von einem früheren Leben träumt, in dem er wahrscheinlich jemanden umgebracht hat.

Die Zeichnungen sind gut gelungen. Jeder Charakter hat seinen eigenen Stil, was Kleidung und auch Haare betrifft. Die Hintergründe, vor allem die Gebäude, sind teilweise detailliert gestaltet.
In einem der Panel ist mir aufgefallen, dass jemand mit einer gewissen Maske durch die Menge läuft, vielleicht entdeckt sie ja auch der ein oder andere.

Alles in Allem ist der Manga es wert, einen Blick hinein zu werfen. Die Story beginnt vielversprechend und wird dies hoffentlich auch bleiben, auch wenn mir die Sex-Szene in diesem Fall nicht wirklich zusagt.
Carlsen empfiehlt diesen Manga ab 16 Jahre.
 
 
Anmerkungen:
Der erste Band enthält vier Farbseiten.
Informationen zur Bilderberg-Konferenz
Informationen zu Kristallschädel
 
 
 
 
 
Der original Text erschien 2014. ~ Update 2016: Erschienene Bände aktualisiert.

Manga Review: Natsume’s Book of Friends

©natsume-eng
 
Mangaka: Yuki Midorikawa
Verlag: VIZ
Sprache: Englisch
Genre: Drama, Shoujo, Slice of Life, Supernatural
Erschienen: 2005 bis heute
Bände: bisher 19 (Stand in Japan: 20; Original Titel: Natsume Yuujinchou)
Preis pro Band: ca. 8-10€
ISBN: 9781421532431
 
 
Klappentext (Übersetzt aus dem Englischen):
Takashi Natsume kann die Geister und Dämonen sehen, welche sich vor dem Rest der Menschheit verstecken. Dank seiner Gabe hatte er sich schon immer von anderen Leuten unterschieden, wurde von Verwandten zu Verwandten hin und her gereicht, konnte sich nie einfügen. Nun ist er ein aufgewühlter High School Student, der in einer kleinen Stadt lebt, in der seine Großmutter aufwuchs. Und dort entdeckt Takashi, dass er von Reiko mehr geerbt hat, als nur den Blick.
Als Reiko genauso alt war wie er, fesselte sie die Namen von Dämonen und Geistern an ihr Buch der Freunde, versklavte sie in ihrer unberechenbaren Laune. Nun ist Takashi der Besitzer des Buches und die Kreaturen werden alles tun, um ihre Namen zurück zu bekommen.

Der junge Takashi wird einigen seltsam vorkommen, denn er sieht Dinge, die anderen verborgen bleiben. Seit seiner Kindheit sieht er Yokai. Diese Dämonen und Geister jagen ihn, meist um ihren Namen zurück zu bekommen, welche Reiko Natsume – die Großmutter von Takashi – in ihrem Buch der Freunde quasi gefangen hielt, was bis zur heutigen Zeit andauert.
Dadurch, dass er schon früh seine Eltern verloren hatte und ihn wohl viele als „Problemkind“ empfanden, wurde er auch immer wieder von einem Verwandten zum anderen, mehr oder weniger, abgeschoben bis er bei den Fujiwaras landet. Hier lebt er nun und geht zur Schule. Er möchte sowohl das Ehepaar als auch seine neuen Klassenkameraden und Freunde nicht damit dem behelligen, was er sieht. Auch aus Angst, man würde ihn wieder verstoßen und als merkwürdig empfinden.

Wiedereinmal von einem Yokai gejagt, stolpert Takashi schließlich über ein Seil, welches einen alten Schrein versiegelte. Dieses reißt und befreit somit einen jahrelang eingesperrten Dämon, welcher in Form einer Winkekatze vor dem Jungen erscheint. Nyanko-sensei, wie der Takashi ihn von nun an nennt, ist fortan der neue Begleiter auf seiner Reise. Wenn auch in erster Linie, um selbst an das Buch der Freunde zu kommen…
 
 
Der Manga ist eher einer der ruhigeren Sorte. Manche Geschichten sind in einem Kapitel abgeschlossen, wobei jedoch das sogenannte Buch der Freunde und auch Reiko quasi immer als „roter Faden“ dienen.
Eine Verwandte, der ich den ersten deutschen Band zum Lesen gab, meinte dieser sei etwas holprig zu lesen. Mir war dies allerdings nicht aufgefallen, ich lese jedoch die englische Version.

Im ersten Band werden, wie meistens, die wichtigsten Charaktere vorgestellt.
Takashi ist an sich ein normaler Junge, welcher früh seine Eltern verloren hat. Dadurch, dass er schon sein Leben lang Yokai sehen konnte und sich ihnen gegenüber verhielt, als seien sie Lebewesen, die jeder sehen konnte, empfanden ihn seine Verwandten oft als gruselig, nahmen an er sei einsam oder erwähne solche Dinge nur, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Aus diesem Grund hält er sich in seiner neuen Umgebung diesbezüglich wohl bedeckt.
Zumindest einige seiner jetzigen Mitschüler empfinden ihn als nett, aber auch distanziert.

Nyanko-sensei ist ein lustiger Geselle. Sein eigentlicher Name ist Madara und seine normale Yokai-Form ist die eines riesigen, eher wolf-artigen Wesens. Er war eine lange Zeit in einem Schrein eingesperrt und hat dadurch die Form der Keramik-Katze angenommen, in der er gefangen war.
Anfangs ist er eher herablassend und geht zudem mit Takashi einen Pakt ein. Er beschützt ihn, doch sobald der Junge sterben sollte, geht das Buch der Freunde in seinen Besitz über. Gelegentlich trinkt Madara auch das ein oder andere alkoholische Getränk.
Im Anime soll Takashi im gegenüber respektvoller sein, als im Manga.

Oft erwähnt wird natürlich auch Reiko Natsume, die Großmutter von Takashi. Der Junge hat dieselbe Gabe wie sie und erhält auch ihr Buch der Freunde. Allerdings möchte er die Namen der Yokai, welche darin stehen, lieber zurückgeben. Seine Großmutter soll diese nämlich eher schikaniert haben.
Gelegentlich sieht man Reiko in Visionen, welche Takashi hat.

Die Yokai, welche vorkommen, gibt es in unterschiedlichen Formen. Sie sind sowohl gut als auch böse. Oft fragen einige höflich, ob Takashi ihnen ihren Namen zurück gibt, während andere ihn regelrecht bedrängen, jagen und sogar töten wollen, um den Namen oder gar das komplette Buch der Freunde zu erhalten.

Die Zeichnungen sind gut, des Öfteren auch detailliert. Die Hintergründen können teilweise grob, aber auch detailliert wirken. Möglicherweise wirkt das Gezeichnete auf manch etwas „einfach“, jedoch schadet dies keinesfalls der Story.

Wer gerne etwas ruhigere und doch spannende Stories rund um Dämonen und Geister mag, kann hier bedenkenlos zugreifen. Empfehlen würde ich den Manga ab 12 Jahre.
 
 
Anmerkung: Der Manga erscheint in Deutsch unter dem Namen Der Pakt der Yokai – Natsume’s Book of Friends bei Egmont Manga. Er kostet pro Band 6,50€ in Deutschland und 6,70€ in Österreich. Als Genre ist „Fantasy/SciFi“ auf der Rückseite vermerkt.
 
 
©paktderyokai
 
 
 
 
 
Der original Text erschien 2014. ~ Update 2016: Erschienene Bände aktualisiert.

Manga Review: Magi – The Labyrinth of Magic

©magi
 
Mangaka: Shinobu Ohtaka
Verlag: Kazé
Sprache: Deutsch
Genre: Fantasy
Erschienen: 2009 bis heute
Bände: bisher 22 (Stand in Japan: bisher 30; Original Titel: Magi – The Labyrinth of Magic)
Preis pro Band: 6,95€ [DE]; 7,20€ [AT]
ISBN: 9782889214600
 
 
Klappentext:
Manga aus 1001 Nacht
Aladin ist ein sonderbarer junger Bursche, der sich nie von seiner geheimnisvollen Flöte trennt. Sie beherbergt Ugo, einen riesigen, mächtigen Dschinn. Zusammen mit Ali Baba, einem mittellosen Kutscher und Träumer, macht er sich auf zu einem verheißungsvollen Abenteuer. Gemeinsam begeben sie sich auf die Jagd nach dem Glück, auf die Spur der Verheißung, um ihrem Schicksal zu begegnen.

Trotz seiner Größe legt sich Aladin schon mal mit Banditen an, denn er wird von einem Dschinn namens Ugo beschützt. Auf seiner Reise trifft er unter anderem Leila und Sasha. Die Freundinnen geraten in Bedrängnis, als herauskommt, wie Leila früher an Geld kam. Sashas Gruppe verstößt sie und zieht entgegen der Warnung der jungen Frau auf ihrer geplanten Route weiter. Doch genau dort werden sie von Leilas früherer Diebesbande angegriffen und sehen ein, dass sie einen Fehler begangen haben. Jedoch ist nichts verloren, denn Aladin und Leila eilen ihnen zu Hilfe.
Aladin zieht weiter und begegnet so auch Ali Baba, welcher zu der Zeit als Kutscher arbeitet. Doch dies soll nicht von Dauer bleiben, denn schließlich gilt es Abenteuer zu erleben.

Der erste Band dient meiner Meinung nach vor allem dazu, dass die Charaktere vorgestellt werden. Er ist leider etwas träge und plätschert mehr oder weniger vor sich hin. Dies ändert sich bereits im nächsten Band und man möchte wissen, wie es weiter geht.
Falls ihr bereits irgendwo schon einmal auf Aladin, Ali Baba und Co. getroffen seid, vergesst am Besten ganz schnell alles über diese Herren. Hier ist Aladin ein kleiner, manchmal auch naiver, Junge mit magischen Kräften – ein sogenannter Magi* – , welcher unter anderem Vorlieben für Essen und weiche Brüste hat. Richtig, er kuschelt sich gerne an Brüste von Frauen, aber auch Männer mit entsprechenden „Männerbrüsten“ bleiben nicht verschont. Wobei ihn vor allem Letztere ziemlich verwirren.
Jedoch ist er auch mutig und hilft anderen, wenn sie in Not sind. Er scheint an sich ein guter Mensch zu sein.

Ali Baba scheint anfangs alles für Geld tun zu wollen. Er kriecht vor einem reichen Mann, welchen er durch die Gegend fährt und erzählt Aladin davon, dass er einen Dungeon erobern möchte, natürlich um reich zu werden.
Jedoch zeigt er auch seine gute Seite, als eine fleischfressende Pflanze den Wagen angreift und dabei ein Mädchen in Gefahr gerät. Alles in Allem ist er wohl ein guter Kerl, auch wenn er gelegentlich durchtriebene Gedanken zu haben scheint, vor allem wenn es darum geht, an Geld zu kommen.

Die Zeichnungen sind in Ordnung und teilweise detailliert, die Hintergründe sind meist klar gezeichnet und stellen die jeweiligen Gegenden, in denen die Handlung spielt, gut dar.
Insgesamt ist Magi – The Labyrinth of Magic ein unterhaltsamer Abenteuer-Manga und kann von allen ab circa 12 Jahren gelesen werden.
 
 
Anmerkung: Die Reihe hat eine Spin-Off Serie namens Magi – Sinbad no Bouken (Magi – Adventure of Sinbad). Diese hat bereits zehn Bände. Gezeichnet wird der Manga allerdings von Yoshifumi Ohtera, einer Assistentin von Shinobu Ohtaka.
Das Spin-Off ist bisher nicht für Deutschland angekündigt.

* Magi sind Magier, welche Magoi – eine reine Kraft – benutzen. Im Manga wird dieser Zusammenhang im Laufe der Story gut erklärt.
 
 
 
 
 
Der original Text erschien ursprünglich 2014. ~ Update 2016: Erschienene Bände aktualisiert.

Manga Review: Die Schokohexe

©schokohexe
 
Mangaka: Rino Mizuho
Verlag: Carlsen
Sprache: Deutsch
Genre: Mystery
Erschienen: 2009 bis heute
Bände: bisher 11 (Stand in Japan: bisher 14; Original Titel: Chocolat no MahMahou)
Preis pro Band: 5,95€ [D], 6,20€ [A]
ISBN: 9783551798718
 
 
Klappentext:
Besuch doch mal meinen Laden! Ich erfülle dir auch deinen innigsten Wunsch. Doch dafür musst du mir etwas Kostbares zurückgeben…

Chocola Aikawa ist die Chocolatierin im Schoko-Laden „Chocolat Noir“, welcher deine Wünsche in Erfüllung bringt. Was wird aus den bekümmerten Menschen, die Chocola besuchen?
Eine zartbittere Mystery-Story!

Der Laden von Chocola ist etwas Besonderes. Hier stellt sie Schokolade her, die Wünsche erfüllen kann. Meist erscheint ihr Geschäft im Wald und auch nicht jedem. Betritt man ihn, ist es möglich sich einen Wunsch erfüllen zu lassen, wenn man bereit ist, etwas Kostbares abzugeben. Ob es das wert ist?
 
 
Der Manga mag vielleicht ein wenig an Scary Lessons erinnern, welcher bei Tokyopop erscheint, jedoch ist er im Vergleich dazu harmloser.
Chocola bietet einen Service für diejenigen, die bereit sind das Kostbarste, was sie besitzen, für die Erfüllung ihres Wunsches einzutauschen. Dies kann alles Mögliche sein, wie zum Beispiel die eigene Schönheit oder auch unglückliche Erinnerungen.
Es kommt auf die einzelnen Personen an und wohl auch darauf, aus welchem Grund man sich gerade etwas wünschen möchte. Vor allem werden diejenigen, die aus mehr oder weniger düsterer Motivation heraus handeln eher bestraft als wirklich glücklich gemacht. Von daher sei den Leuten eigentlich zu raten, dass sie sich genau überlegen, ob und was sie sich wünschen.

Die Story an sich ist in Episoden aufgeteilt, welche meist für sich stehen. Manchmal kann es auch vorkommen, dass das Geschehen in mehreren Episoden aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt wird. Auch gibt es einen kleinen roten Faden, welcher in späteren Bänden mehr Bedeutung gewinnt, der Chocola betrifft. Manche Story ist durchaus spannend erzählt, andere Episoden wiederum sind doch etwas langweiliger.
Lecker anzusehen sind auf jeden Fall die unterschiedlichen Schokoladen, die Chocola anbietet. Am Ende des Bandes erfährt man ein wenig mehr zu den einzelnen Stücken.

Die Zeichnungen sind in Ordnung. Sie sind teilweise detailreich, was man vor allem an der Kleidung der Charaktere sieht. Die Hintergründe dagegen sind oft nicht wirklich der Rede wert und dienen wohl meist nur dazu, um grob zu zeigen, wo das Geschehen stattfindet.
Die meisten Personen, welche auftauchen, sind süß gezeichnet. Dies liegt wohl daran, dass viele Schüler oder generell Teenager sind. Die Hauptpersonen der einzelnen Geschichten kann man gut auseinander halten. Dies wird in manchen Manga schon mal vernachlässigt.
Manchmal sind die Darstellungen der Leute auch gewöhnungsbedürftig, da sie durchaus etwas dünn gestaltet sind. Vor allem Chocola wirkt gelegentlich, als sei sie etwas zerbrechlich.

Alles in Allem ist der Manga durchaus lesenswert, vor allem wenn man Schokolade mag. Empfehlen würde ich den Manga allen ab ca. 12 Jahren.
Übrigens scheint es so, als gehen die „Zusatztitel“ – im Fall des ersten Bandes lautet er „almond kiss“ – dem Alphabet nach. Was bedeuten könnte, dass der Manga vielleicht mit Band 26 enden wird. Dies ist jedoch nur eine Vermutung von mir.
 
 
 
 
 
Der original Text erschien ursprünglich 2014. ~ Update 2016: Erschienene Bände aktualisiert.

Game Review: Contrast

Contrast1
 
Genre: 2D-/3D-Geschicklichkeit, Abenteuer, Indie
Systeme: PC, Xbox360, PS3, PS4
Entwickler / Publisher: Compulsion Games / Focus Home Interactive
Webseite: Contrast – The Game
Sprachen: Englisch, Französisch
Untertitel: Brasilianisches Portugiesisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Spielemodus: Einzelspieler
Alterseinstufung: ab 12 Jahre
Veröffentlichung: 15. November 2013
Preis: 9,99€ / 14,99€ (Collector’s Edition; Steam)
 
 
Contrast spielt in den frühen 1920er Jahren und man übernimmt die Rolle der mysteriösen, und für andere Bewohner der Stadt, unsichtbaren Akrobatin Dawn. Sie ist die beste Freundin der neunjährigen Didi, deren Mutter eine berühmte Sängerin im Cabaret Ghost Note werden möchte. Der Vater, Johnny, hatte die Familie verlassen und doch hofft das kleine Mädchen, dass er eines Tages zurück kommen wird.
 
 
Contrast2
 
Gerüchten zufolge ist dies eines Tages auch der Fall. Jedoch will Johnny sein nächstes großes Ding drehen und ein Varieté bewerben, wofür er noch die Hilfe des Großen Vincenzo braucht. Dieser Zauberer soll natürlich die Massen anlocken, damit das Ganze ein garantierter Erfolg wird.

Allein gelassen von ihrer Mutter, welche nach langer und harter Arbeit ihren größten Auftritt hat, macht sich Didi zusammen mit Dawn auf den Weg durch die nächtliche Stadt.

Das Spiel, welches circa fünf Stunden dauert, vermischt 2D und 3D auf interessante Weise.
Während alle Charaktere außer Didi und Dawn Schatten sind, kann Letztere zwischen beiden Welten hin und her wechseln.
 
 
Contrast3
 
Wenn der Spieler mit Dawn in den Schatten wechselt, nutzt er diese als Treppen, Brücken oder auf andere Weise, um an sein Ziel zu kommen. Hierbei ist wirklich vieles möglich und es gibt auch Stellen, an denen einem nicht sofort auffällt, was zu tun ist. Jedoch gibt es nichts, was sich nicht lösen lässt, wenn man ein wenig knobelt und einfach probiert, wie es weiter gehen könnte.
Es wird allgemein viel mit dem Licht gespielt. Man muss beispielsweise Lichtwagen verschieben und somit die passende Größe der Schatten finden, um später über diese seinen Weg fortsetzen zu können. Generell bietet jede Lichtquelle der 3D-Welt eine Hilfe, um ans Ziel zu kommen.

Ab und zu kann es jedoch vorkommen, dass der Wechsel ins Schattenreich nicht gleich funktioniert, was ziemlich frustrierend sein kann. Bei der Playstation 3 Version habe ich dies leider des Öfteren erlebt, dass Dawn nicht entsprechend in die 2D-Welt wechselte, auch wenn ich die entsprechende Taste feste drückte.
Je nach dem, wo man sich befindet, stürzt man dann in den ein oder anderen Tod. Die Speicherpunkte sind jedoch gut gesetzt, so dass man nicht lange gehen muss, um wieder zur entsprechenden Stelle zu kommen, an der man zuvor gescheitert war.

Einzig gegen Ende hin hatte ich ein Problem, bei dem sich ein Licht nicht ausrichten lies, weshalb ich vom letzten Speicherstand neu geladen hatte und dann jedoch an eine andere Stelle kam, an der das Weiterkommen scheiterte. Es half nur, komplett aus dem Spiel zu gehen und den letzten Spielstand erneut zu laden.
Alles in Allem lief das Spiel ansonsten ohne weitere Probleme.

Wahrscheinlich wird dem ein oder anderen die Grafik von Contrast nicht zusagen, auch wenn diese durchaus eine interessante Atmosphäre rüber bringt. Gerade weil die Grafik nicht allzu anspruchsvoll ist, läuft das Spiel auch auf älteren Rechnern mit den höchsten Einstellungen. Dies habe ich allerdings nur kurzzeitig getestet, da ich das Spiel auf der Playstation 3 gespielt habe.

Hervorzuheben ist auch der Jazz-Soundtrack des Spiels. Vor allem die beiden Lieder „Kat’s Song“ und „House on Fire“, welche von Laura Ellis gesungen werden, sind hier zu empfehlen. Sie hat eine schöne Stimme, welche auch zur Varieté Umgebung passt.
Der Soundtrack ist mittlerweile auch einzeln erhältlich, zusammen mit einem digitalen Artbook.

Insgesamt ist Contrast ein nettes, wenn auch kurzes Spiel. Auch wenn für manche die Story nicht allzu spannend klingt, hat diese durchaus seinen Charme. Das Schatten-Konzept ist ebenfalls eine Option, die so in Spielen selten genutzt wird und auch der Film Noir-Stil weiß zu beeindrucken.
Für Zwischendurch ist das Spiel daher zu empfehlen, sofern einem das Gesamtpaket auch anspricht.
 
 
Zur Collector’s Edition auf Steam sei noch zu erwähnen, dass diese neben dem Spiel, den Soundtrack und ein Entwicklertagebuch enthält. Dieses ist auf Englisch und gibt einige Informationen zu den Charakteren und anderen Dingen preis.
 
 
Anmerkungen:
Die Screenshots stammen aus der PC-Version.
Informationen zu Film noir.
 
 
 
 
 
 
Der original Text erschien ursprünglich 2014. ~ Update 2016: Preisanpassungen, Informationsanpassungen

Manga Review: Sonnensturm

©sonnensturm1
 
Mangaka: Yuiji Aniya
Verlag: Egmont Manga & Anime
Sprache: Deutsch
Genre: Fantasy / SF, Drama, Gender Bender, Josei
Erschienen: 2010 bis heute
Bände: bisher 5 (Stand in Japan: bisher 8)
Preis pro Band: 6,50€ [D]; 6,70€ [A]
ISBN: 9783770481514
 
 
Klappentext:
Wir schreiben das 40. Jahrhundert.
Fast 2000 Jahre zuvor hat ein Sonnensturm die Y-Chromosomen vernichtet und alle Männer aussterben lassen. Die Frauen haben eine neue, nahezu paradiesische Welt aufgebaut. Doch das fehlende SRY-Gen wird zum Problem: Die Frauen sterben viel zu früh…

Mitten in diese utopische Welt wird Hime geboren. Für ihre beste Freundin Kou ist schon früh klar: Hime wird ihre Kinder zur Welt bringen.
Aber Hime hat ein Geheimnis. Sie ist ein Mann – der einzige womöglich. Wie soll sie das Kou erklären…

Im Jahre 2013 starben die Männer aus und seither werden weitere Nachkommen künstlich gezeugt. Dies sind bisher immer Mädchen gewesen, bis zu Hime’s Geburt. Denn Hime wächst zwar wie ein Mädchen auf, doch sie verschweigt ihr wahres Ich, das eines Jungen. Hime wünscht sich nichts sehnlicher, als „normal“ zu sein, eben wie jedes Mädchen, auch um ihrer Freundin Kou Kinder gebären zu können. Doch dies ist sehr wahrscheinlich unmöglich. Ob Hime mit seinem Dasein klarkommen wird und ob er wirklich der einzige Junge auf der gesamten Welt ist?
 
 
Mit Sicherheit ist das Aussterben des männlichen Teils der Menschheit kein neues Thema, jedoch ist „Sonnensturm“ der erste Manga und auch generell das erste Medium, welches ich besitze, das sich mit eben diesem Thema auseinandersetzt.

Von den erwachsenen Frauen wird verlangt, dass sie Kinder gebären. Auch gibt es unterschiedliche Meinungen bei der Wahl der geeigneten Partnerin. Während die einen nur nach den passenden Genen suchen, möchten andere, dass Gefühle im Vordergrund stehen.
Positiv ist wohl, dass es nun unter anderem keine Kriege mehr gibt. Doch es wird auch bald klar, dass zum Überleben der Menschheit ein bestimmtes Gen fehlt, das SRY-Gen. Ohne dieses werden auch die Frauen in naher Zukunft aussterben. Daher wird daran geforscht, dieses wieder herzustellen. Also möchte man durchaus wieder Männer erschaffen.

Gerade Hime hat es schwer. Als einziger Junge auf der Welt, gibt er sich trotz alle dem als Mädchen aus und hadert immer wieder mit sich selbst, vor allem, da seine Freundin Kou Männer zu hassen scheint. Sie bezeichnet diese eines Tages als Monster auch wenn sie sie, wie die meisten Frauen, nur aus den Geschichtsbüchern zu kennen scheint.
Irgendwann möchte der junge Mann zumindest ihr nicht mehr verschweigen, wer er wirklich ist und öffnet sich seiner Jugendliebe. Doch diese ist geschockt und weist ihn ab, der Kontakt zwischen beiden bricht ab. Und so macht er sich weiterhin Gedanken darüber, wie er den Körper einer Frau bekommen kann. „Normal“ werden kann. Dieser Konflikt wird meiner Meinung gut dargestellt.

Der erste Band führt in erster Linie die Charaktere ein und die Beziehungen, die diese zueinander haben. Man erfährt, warum die Männer ausstarben und was getan werden muss, damit nicht auch noch die Frauen aussterben. Ob es wirklich realistisch wäre, dass nur Männer bei einem sogenannten Sonnensturm ausgelöscht werden, ist fraglich. Jedoch stellt sich hier wieder die Frage, wie realistisch ein Manga mit bestimmten Themen umgehen muss.

Ansonsten wird die Story langsam aufgebaut und bleibt dabei spannend. Die Zeichnungen sind ordentlich und fein, auch oft detailliert. Vor allem gefällt mir das Cover, welches durchaus sanft auf einen wirken kann.
Gesamt gesehen ist der Manga trotz möglicher Unstimmigkeiten empfehlenswert und ich denke, dass alle ab circa 14 Jahren hier zugreifen können.
 
 
 
 
 
Der original Text erschien ursprünglich 2013. ~ Update 2016: Erschienene Bände aktualisiert.

Manga Review: Limit

©limit
 
Mangaka: Keiko Suenobu
Verlag: EMA
Sprache: Deutsch
Genre: Drama, Mystery, Psychologisch, Shoujo
Erschienen: 2009 bis 2011
Bände: 6
Preis pro Band: 6,50€ [D], 6,70€ [A]
ISBN: 9783770478736
 
 
Klappentext:
Konno geht in die Oberschule und ist sehr beliebt, während Morishige von der Klasse gemobbt wird. Auf dem Weg in ein Camp, verunglückt der Bus und nur fünf Mädchen, darunter Konno und Morishige, überleben. Gefangen in einer tiefen Schlucht und ohne Hoffnung auf eine schnelle Rettung steht die Welt der fünf Mädchen auf einmal Kopf. Denn Morishige hat nicht nur die einzige Waffe an sich gebracht, sondern scheint auch fest entschlossen zu sein, sich für jedes ihr zugefügte Unrecht in der Vergangenheit zu revanchieren…

Wenn man über längere Zeit hinweg gemobbt wurde, hat man dann nicht das Recht sich zu rächen?
So oder so ähnlich könnte Morishige denken, welcher genau das passiert ist. Es kommt ihr dann fast schon gelegen, dass der Bus, mit dem ihre Klasse zu einem Camp unterwegs ist, einen Unfall baut. Viele der verhassten Mitschüler lassen hierbei ihr Leben und diejenigen, die überlebt haben, bekommen nun zu spüren, was in dem Mädchen vor sich geht. Denn Morishige ist die Einzige, die eine Waffe hat und droht damit, die Sichel gegen die anderen einzusetzen…
 
 
Der Manga erzählt auf spannende Weise, wie ein Mobbing-Opfer reagieren kann, wenn es zum Beispiel in eine Extremsituation wie einem Unfall gerät und mit ihren früheren Peinigern alleine ist.
Nur eine kleine Gruppe der Klasse scheint überlebt zu haben und auf jede der anderen vier Überlebenden scheint Morishige nicht gut zu sprechen zu sein.
Das Mädchen nutzt die Situation, um nun den anderen zu drohen und diese zu erniedrigen. Mit einer gefundenen Sichel demonstriert sie ihre neu gewonnene Macht und bestimmt sich selbst zur Anführerin der Gruppe. Es wird für die anderen wohl schwer werden, die Zeit zu überstehen bis die erhoffte Hilfe eintrifft. Sie sollten im Grunde zusammenhalten, doch da sie sich alle vorher schon nicht wirklich sympathisch waren und Morishige allein über sie „herrschen“ will, wird es schwer werden zu überleben und auch das Geschehene zu verarbeiten.

Die Zeichnungen sind gut und detailliert. Anfangs möchten sie den einfachen, fast schon unschuldigen Schulalltag darstellen. Süße Mädchen, die mit ihren Freundinnen etwas unternehmen und unbeschwert lachen. Jedoch kommt auch das Schikanieren einer Mitschülerin hinzu, welche auf die Clique von Konno „düster“ und „dick“ wirkt. Für die Mädchen scheint das Ganze „normal“ zu sein und zur Schule zu gehören, dass man andere, die nicht in das eigene Bild passen, ein „wenig“ ärgert. Was sie jedoch nicht verstehen, wie es oft auf im realen Leben der Fall ist, ist dass es Morishige durchaus schadet. Vielleicht nicht äußerlich, aber mit Sicherheit innerlich.
Die Zeichnungen zum Unfall hin führend und danach wirken dann eher düster.
Die Mangaka gibt sich Mühe, alles realistisch wirken zu lassen, so das es die Story unterstützt. Am Ende des Manga wird im „Arbeitszimmer“ aufgezeigt welche Utensilien sie zum Zeichnen des Manga verwendet.

Der Manga ist sehr spannend und ab circa 14 Jahre lesbar. Ebenso empfehlenswert sind der Oneshot „Vitamin“ (erschienen bei Panini Comics) und „Life“, jedoch wurde dieser Manga von Heyne nach dem 12. von insgesamt 20 Bänden eingestellt.
 
 
©vitamin
 
 
 
 
 
Der original Text erschien ursprünglich 2013.

Manga Review: Billy Bat

©billybat1
 
Mangaka: Naoki Urasawa
Verlag: Carlsen
Sprache: Deutsch
Genre: Mystery
Erschienen: 2008 bis heute
Bände: bisher 14 (Stand in Japan: bisher 19)
Preis pro Band: 8,95€ [D], 9,20€ [A]
ISBN: 9783551732712
 
 
Klappentext:
Ende der 1940er Jahre in den Vereinigten Staaten von Amerika: Die Abenteuer von Billy Bat erfreuen sich großer Beliebtheit bei den Comicfans – doch in Wahrheit bestimmt die geheimnisvolle Fledermaus das Schicksal der Menschheit schon seit Anbeginn der Zeit…

Kevin Yamagata ist der Zeichner der Billy Bat Comics. Alles läuft gut mit diesen, bis ihm ein Polizist, welcher mit seinem Partner einen Fall zu klären hat und sich deswegen eine Weile in Kevins Büro einnisten will, mitteilt, er habe die Figur schon einmal gesehen und zwar in einem Manga aus Japan. Kevin ist fassungslos, da er fest davon überzeugt ist, sich Billy selbst ausgedacht zu haben.
Der Zeichner entschließt sich nach Japan zu reisen und der ganzen Sache nachzugehen. Doch dort wird er in ein Abenteuer verwickelt, welches nur ein kleiner Teil eines großen Ganzen ist.
 
 
Der Manga ist das neuste Abenteuer von Naoki Urasawa (mit Ko-Szenarist Takashi Nagasaki) und quasi zum Teil ein „Manga im Manga“, da unter anderem Kevins Zeichnungen bestaunt werden können.
Für manche mag die Story auch etwas wirr sein, also schadet ein weiteres Mal lesen nicht. Die Fledermaus Billy Bat scheint seit Jahren das Geschehen auf der Welt zu lenken und das macht den Manga interessant. Auch können einige mit Billy reden, so auch Kevin. Das Wesen erwacht scheinbar zum Leben und versucht die Leute zu beeinflussen. Wie in vielen anderen Geschichten, gibt es auch hier ein gute und eine böse Fledermaus in Form der „Schwarzen“ und „Weißen“.

Die Zeichnungen sind realistisch und detailliert. Nur die Billy Bat Comic-Seiten heben sich hier ab und wirken fast, als hätte sie jemand anderes – unter anderem Kevin Yamagata – gezeichnet.
Der erste Band enthält 12 Farbseiten und eine einseitig Farbige etwa in der Mitte, mit der das sechste Kapitel startet. Zudem ist die Manga-Reihe etwas größer als das Standard-Format (z.B. One Piece) von Carlsen.
Den Manga würde ich Lesern ab circa 14 Jahren empfehlen. Ebenso empfehlenswert sind andere Manga von Naoki Urasawa, wie Pluto, Monster oder 20th und 21st Century Boys. Leider sind die letzten beiden Serien nur gebraucht (und teilweise zu hohen Preisen) erhältlich oder wahlweise zum Beispiel auf Englisch vom Verlag VIZ.
 
 
 
 
 
Der original Text erschien ursprünglich 2013. ~ Update 2016: Erschienene Bände aktualisiert.