Game Review: Contrast

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Genre: 2D-/3D-Geschicklichkeit, Abenteuer, Indie
Systeme: PC, Xbox360, PS3, PS4
Entwickler / Publisher: Compulsion Games / Focus Home Interactive
Webseite: Contrast – The Game
Sprachen: Englisch, Französisch
Untertitel: Brasilianisches Portugiesisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Spielemodus: Einzelspieler
Alterseinstufung: ab 12 Jahre
Veröffentlichung: 15. November 2013
Preis: 9,99€ / 14,99€ (Collector’s Edition; Steam)
 
 
Contrast spielt in den frühen 1920er Jahren und man übernimmt die Rolle der mysteriösen, und für andere Bewohner der Stadt, unsichtbaren Akrobatin Dawn. Sie ist die beste Freundin der neunjährigen Didi, deren Mutter eine berühmte Sängerin im Cabaret Ghost Note werden möchte. Der Vater, Johnny, hatte die Familie verlassen und doch hofft das kleine Mädchen, dass er eines Tages zurück kommen wird.
 
 
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Gerüchten zufolge ist dies eines Tages auch der Fall. Jedoch will Johnny sein nächstes großes Ding drehen und ein Varieté bewerben, wofür er noch die Hilfe des Großen Vincenzo braucht. Dieser Zauberer soll natürlich die Massen anlocken, damit das Ganze ein garantierter Erfolg wird.

Allein gelassen von ihrer Mutter, welche nach langer und harter Arbeit ihren größten Auftritt hat, macht sich Didi zusammen mit Dawn auf den Weg durch die nächtliche Stadt.

Das Spiel, welches circa fünf Stunden dauert, vermischt 2D und 3D auf interessante Weise.
Während alle Charaktere außer Didi und Dawn Schatten sind, kann Letztere zwischen beiden Welten hin und her wechseln.
 
 
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Wenn der Spieler mit Dawn in den Schatten wechselt, nutzt er diese als Treppen, Brücken oder auf andere Weise, um an sein Ziel zu kommen. Hierbei ist wirklich vieles möglich und es gibt auch Stellen, an denen einem nicht sofort auffällt, was zu tun ist. Jedoch gibt es nichts, was sich nicht lösen lässt, wenn man ein wenig knobelt und einfach probiert, wie es weiter gehen könnte.
Es wird allgemein viel mit dem Licht gespielt. Man muss beispielsweise Lichtwagen verschieben und somit die passende Größe der Schatten finden, um später über diese seinen Weg fortsetzen zu können. Generell bietet jede Lichtquelle der 3D-Welt eine Hilfe, um ans Ziel zu kommen.

Ab und zu kann es jedoch vorkommen, dass der Wechsel ins Schattenreich nicht gleich funktioniert, was ziemlich frustrierend sein kann. Bei der Playstation 3 Version habe ich dies leider des Öfteren erlebt, dass Dawn nicht entsprechend in die 2D-Welt wechselte, auch wenn ich die entsprechende Taste feste drückte.
Je nach dem, wo man sich befindet, stürzt man dann in den ein oder anderen Tod. Die Speicherpunkte sind jedoch gut gesetzt, so dass man nicht lange gehen muss, um wieder zur entsprechenden Stelle zu kommen, an der man zuvor gescheitert war.

Einzig gegen Ende hin hatte ich ein Problem, bei dem sich ein Licht nicht ausrichten lies, weshalb ich vom letzten Speicherstand neu geladen hatte und dann jedoch an eine andere Stelle kam, an der das Weiterkommen scheiterte. Es half nur, komplett aus dem Spiel zu gehen und den letzten Spielstand erneut zu laden.
Alles in Allem lief das Spiel ansonsten ohne weitere Probleme.

Wahrscheinlich wird dem ein oder anderen die Grafik von Contrast nicht zusagen, auch wenn diese durchaus eine interessante Atmosphäre rüber bringt. Gerade weil die Grafik nicht allzu anspruchsvoll ist, läuft das Spiel auch auf älteren Rechnern mit den höchsten Einstellungen. Dies habe ich allerdings nur kurzzeitig getestet, da ich das Spiel auf der Playstation 3 gespielt habe.

Hervorzuheben ist auch der Jazz-Soundtrack des Spiels. Vor allem die beiden Lieder „Kat’s Song“ und „House on Fire“, welche von Laura Ellis gesungen werden, sind hier zu empfehlen. Sie hat eine schöne Stimme, welche auch zur Varieté Umgebung passt.
Der Soundtrack ist mittlerweile auch einzeln erhältlich, zusammen mit einem digitalen Artbook.

Insgesamt ist Contrast ein nettes, wenn auch kurzes Spiel. Auch wenn für manche die Story nicht allzu spannend klingt, hat diese durchaus seinen Charme. Das Schatten-Konzept ist ebenfalls eine Option, die so in Spielen selten genutzt wird und auch der Film Noir-Stil weiß zu beeindrucken.
Für Zwischendurch ist das Spiel daher zu empfehlen, sofern einem das Gesamtpaket auch anspricht.
 
 
Zur Collector’s Edition auf Steam sei noch zu erwähnen, dass diese neben dem Spiel, den Soundtrack und ein Entwicklertagebuch enthält. Dieses ist auf Englisch und gibt einige Informationen zu den Charakteren und anderen Dingen preis.
 
 
Anmerkungen:
Die Screenshots stammen aus der PC-Version.
Informationen zu Film noir.
 
 
 
 
 
 
Der original Text erschien ursprünglich 2014. ~ Update 2016: Preisanpassungen, Informationsanpassungen

Game Review: Montague’s Mount

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Genre: Adventure, First-Person Perspective, Horror
Download Größe: 517 MB
Betriebssystem: Windows (XP, Vista, 7, 8), Mac OS X (10.7 oder neuer)
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch
Entwickler/Publisher: Polypusher Studios / Mastertronic
Webseite: Montague’s Mount
Veröffentlichung: 09. Oktober 2013
Spielemodus: Einzelspieler
Preis: ca. 7-9€ (je nach Wechselkurs)
 
 
Er wacht an einem Strand auf, um ihn herum herrscht Chaos. Diverse Bretter, Koffer und sonstige Überreste eines Schiffes liegen am Strand verstreut. Gab es ein Schiffsunglück? Der Mann hat keine Erinnerung mehr daran, was geschehen ist, bevor er bewusstlos wurde. Er weiß noch nicht einmal seinen Namen, geht jedoch aufgrund seiner Kleidung davon aus, dass er ein Seemann sein muss. Bevor der Mann die Erkundung der Umgebung in Angriff nehmen kann, muss er sich erst einmal eine Gehhilfe suchen. Ob er herausfinden wird, was geschehen ist?
 
 
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Wie von vielen Spielen bekannt, als Beispiel sei unter anderem Amnesia zu nennen, wacht der Charakter an einem ihm unbekannten Ort auf und hat seine Erinnerung an sein bisheriges Leben verloren. Dank seiner Kleidung geht er davon aus, dass er wohl als Seemann auf dem Meer unterwegs war und über Bord ging.
Schritt für Schritt versucht er dann, seine Erinnerungen zurück zu erlangen, indem er die irische Insel erkundet und findet dabei nichts Erfreuliches. Jedoch entsteht meiner Meinung nach der beworbene Horror im Spiel nicht wirklich.
 
 
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Hier und da hat es minimale gruselige Effekte, doch stellen sich weder die Nackenhaare auf noch zuckt man wirklich zusammen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass der Charakter bei Geistererscheinungen Panik bekommt. Hierdurch wird seine Sicht beeinträchtigt, was dazu führt, dass der Bildschirm verschwimmt. Dieser Zustand hält jedoch nicht lange an und bald darauf kehrt alles zur Normalität zurück. Auch trägt das Wetter, in Form von Regen und Sturm dazu bei, dass eine etwas düsterere gruselige Atmosphäre entsteht.
Außerdem gibt es in den Einstellungen einen Punkt namens „Filmkörnung“, der sich beliebig an und aus stellen lässt. Möglicherweise soll er bewirken, dass das Spiel gespenstischer wirkt, jedoch empfinde ich ihn eher als störend.
 
 
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In einer früheren Version des Spiels war als alternative Steuerungsmöglichkeit scheinbar auch der Controller vorgesehen, jedoch lässt sich die aktuellste Version von Montague’s Mount nur bedingt damit spielen. Hauptsächlich ist die Bewegung des Charakters möglich, welche jedoch recht träge ausfällt. Auch ist es nicht möglich das Inventar zu öffnen oder andere Aktionen auszuführen. Daher ist es besser, das Spiel mit Maus und Tastatur zu spielen. Zudem soll es in der Zukunft eine Unterstützung von Oculus Rift geben.

Das Spiel beinhaltet auch Achievements, die man erreichen kann. Allerdings ist es nervig, wenn diese dann als kompletter Satz in der Mitte des Bildschirmes auftauchen. Dies trägt auch dazu bei, dass die Atmosphäre gestört wird. Sicher gibt es eine bessere Lösung, dies unterzubringen.

Gespeichert wird im Spiel leider nur automatisch und dies nur über sogenannte „Checkpoints“. Somit muss man immer eine gewisse Zeit am Stück spielen, ohne dass man selbst bestimmen kann, wann man eine Pause einlegt.
 
 
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Dafür, dass Montague’s Mount nur von einer Person erstellt wurde, sieht es trotzdem gut aus. Die Landschaft wirkt ziemlich natürlich, bis auf das Wasser, was aber auch an den Einstellungen liegen kann. Diese sind auf meinem vier Jahre alten Laptop jedoch alle auf der höchst möglichen Einstellung.
Ebenso ist der Wetterwechsel ganz gut umgesetzt. Ab und zu sind auch diverse, meist minimale, Grafikfehler vorhanden. Zum Beispiel taucht die Rückansicht des Seemanns ab und zu auf, während man ihn über die Insel steuert oder die Umgebung direkt vor einem verschwindet kurz, wenn man der Charakter umdreht.

Jedoch hatte ich einen recht seltsamen Bug, als ich den ersten Generator in Gang bringen wollte. Da ich dies auf Anhieb nicht schaffte, versuchte ich von dem Gerät weg zu kommen. Es klappte nicht sofort, daher verließ ich das Spiel per Escape-Taste, doch der Abschnitt galt trotzdem als gelöst. Wieder im Spiel, konnte ich das Inventar nicht mehr aufrufen oder es wurde vom Spiel selbst einfach geleert und musste somit erneut den vorherigen Abschnitt aufrufen, um weiter zu kommen.

Positiv finde ich den Soundtrack, welchen man auch schon im Hauptmenü zu hören bekommt. Wunderschöne Musikstücke begleiten den Charakter auf seiner Reise über die Insel und vermitteln ein leichtes Gefühl von Einsamkeit und Traurigkeit.
Hervorzuheben ist meiner Meinung nach auch der deutsche Sprecher, welcher seine Arbeit gut macht. In der englischen Version spricht Derek Riddell den Charakter.

Enttäuschend ist leider das präsentierte Ende, denn dieses ist nicht wirklich eins. Man erfährt nur, was mit einer der Personen auf der Insel geschehen ist. Der Rest der Geschichte wird scheinbar irgendwann vielleicht in einer Art Dowload Content (DLC) namens „Befreiung“ nachgereicht.
 
 
Abschließend sei zu sagen, dass Montague’s Mount ein nettes kleines Erkundungsspiel mit recht einfachen Rätseln ist. Diese werden nur ab und zu eine Herausforderung, wenn man nicht gleich erkennt, wo die benötigten Dinge zu finden sind. Auch die Einstellung „Objektmarkierung“, welche die Sachen rot in der Umgebung hervorhebt, hilft hierbei in der Dunkelheit nicht immer.

Schade finde ich, wie gesagt, dass sich der angekündigte Horror doch eher in Grenzen hält. Bei diesem Genre erwarte ich dann doch ein wenig mehr, als nur einen verschwommenen Bildschirm oder einer dunklen, meist regnerisch stürmischen Kulisse. Es ist zwar durchaus möglich, dass es sich bedrückend anfühlt oder meint, man werde beobachtet, aber wirkliche Grusel- oder gar Schockeffekte sind mir nicht aufgefallen. Möglicherweise würde hier eher Thriller statt Horror passen.

Die Story an sich ist nicht unbedingt etwas, das zum Kauf des Spieles animieren kann. Im Grunde hat man den Kern des Ganzen – Mann wacht auf und hat keine Erinnerungen mehr an die Vergangenheit – wahrscheinlich schon zu oft gesehen und leider sind auch zum Beispiel die Rätsel nicht wirklich mit der Geschichte verbunden, sie stehen mehr für sich selbst.
Wer allerdings eher ruhigere Spiele mit leichtem Gruseleffekt und kleinen Rätseln mag, kann hier zugreifen. Die Spielzeit beträgt etwa fünf Stunden. Es ist derzeit DRM-frei auf GOG.com und Get Games erhältlich, außerdem wird derzeit auch versucht es bei Steam als Greenlight Game herauszubringen.
 
 
Update: Auf der Steam Greenlight Seite zu Montague’s Mount hat der Entwickler Matt in einer der Diskussionen eine kurze Stellungnahme zu Dingen wie der Veröffentlichungspolitik des Spieles und auch Verbesserungen abgegeben. Diese ist auf Englisch und hier zu finden: Stellungnahme
 
 
Minimum: Windows XP SP3 / Vista / 7 / 8, Intel Core i3 (2x 3200 MHz) oder AMD Athlon 64 X2 4800+ (2x 2.5 GHz); Radeon HD 2900 XT oder GeForce 8800 GTX; 2 GB RAM
Minimum (Mac): OS X 10.7 (Lion) oder höher; Intel Core i3 (2x 3200 MHz); Radeon HD 5750 oder GeForce GT 640M; 2GB RAM
 
 
 
 
 
Der original Text erschien ursprünglich am 14. Oktober 2013. ~ Update 2016: So weit ich gelesen hatte, gab es mittlerweile auch Updates zum Spiel. Daher kann es durchaus sein, dass es Verbesserungen gab. Ich hatte das Spiel seit dem Test nicht mehr gespielt.